Zufrieden mit der Unzufriedenheit?! 

Ein ungewöhnlicher aber effektiver Tipp!

Natürlich ist es sinnvoll, sich Ziele zu setzen, zu handeln und sein Leben in Richtung einer höheren Lebenszufriedenheit auszurichten. Doch man kann es auch übertreiben mit der Optimierung! Es besteht die Gefahr, mit nichts zufrieden zu sein, weil es immer noch ein bisschen besser gehen könnte. Ein Ziel ist erreicht, doch die Zufriedenheit hält nur für einen kurzen Zeitraum an und schon muss das nächste Ziel verfolgt werden. Ein Teufelskreis beginnt. Der Verstand möchte das perfekte Leben  und wird doch keine Situation als perfekt anerkennen. 

Die Alternative: Pfeif drauf! Dann bin ich eben damit zufrieden, nicht zu 100% zufrieden zu sein! Ich mache mir keinen Stress mehr mein Leben lang den Illusionen des Perfektionismus und der ewigen Glückseligkeit hinterher zu laufen. Ich verabschiede mich aus dem Optimierungszwang und entscheide mich bewusst dafür, bereits jetzt entspannt und zufrieden mit der nicht ganz perfekten Situation zu sein. Die Gedanken können einem nämlich immer vorgaukeln, das Hier und Jetzt ist nicht perfekt und muss geändert werden. Doch wird es geändert, ist auch das nächste Hier und Jetzt nicht perfekt usw. 

Raus aus diesem Hamsterrad! Ziele kann man selbstverständlich weiter verfolgen doch nichts ist wertvoller und perfekter als der jetzige Moment. Und diesen nutzt man am besten, um zufrieden zu sein. Störende Gedanken lässt man einfach kommen und gehen ohne sich mit dem ganzen Gedankenmüll zu identifizieren. Ganz wie Eckhart Tolle sagt: "Du bist nicht deine Gedanken." Sei jetzt, dort wo Du bist zufrieden bei dem was Du tust und spüre die Ruhe und den Flow. 

Weiterführende Literatur:
Tolle, Eckhart. 2010. Jetzt! Die Kraft der Gegenwart. Ein Leitfaden zum spirituellen Erwachen. 23. Auflage 2010. J. Kamphausen Verlag & Distribution GmbH, Bielefeld 2000. 


Ziele erreichen: Kann Aufgeben eine Option darstellen? 

Die Antwort ist "Jein!" Grundsätzlich ist es sinnvoll, weiter zu machen, neue Lösungswege auszuprobieren, sich nach Rückschlägen erholen, daraus zu lernen und einen neuen Versuch zu starten. Denn wer beim geringsten Widerstand abbricht wird seine Ziele nicht erreichen! Doch auf der anderen Seite kann auch das Festhalten an Zielen aufgrund falscher Motive ein Verlustgeschäft sein!

Der Abbruch eines Vorhabens kann sich unter Umständen lohnen. Zum Beispiel, wenn lediglich deswegen weiter gemacht wird, weil man vor sich und anderen ein Aufgeben nicht eingestehen möchte, obwohl man sich heute nach langer Beschäftigung mit mit diesem Ziel sicher ist, dass eine Neuausrichtung tatsächlich sinnvoll wäre. Die Entscheidung ist in diesem Fall nicht sprunghaft aus einer vorübergehenden Laune heraus getroffen worden, sondern hat sich aufgrund der reichhaltigen und langen Erfahrung mit dem Thema deutlich abgezeichnet. Wenn zudem durch diese Zielsetzung seit langer Zeit keine Leichtigkeit, kein Flow und keine Zufriedenheit mehr verbunden sind, dann ist der Abbruch oder eine komplett andere Herangehensweise gerechtfertigt. Dann ist es sinnvoll, sich anders zu orientieren. 

Ein extrem starres und langfristiges Festhalten an einmal getroffenen Entscheidungen kann schädlich sein. Wissenschaftlich wurde dies in den „Konsistenztheorien“ und den „versunkenen Kosten“, erfasst. Demnach wird der Fehler gemacht, die Vergangenheit, wie das bereits investierte Geld, die Zeit, der Aufwand usw., als Begründung dafür zu nutzen, um weiter zu machen, obwohl sich ein weiter so nach heutigem Stand nicht mehr lohnt und ein Abbruch sinnvoll wäre (vgl. Felser  2007: 286-287 sowie Dobelli 2011: 21-23). 

Die Wahrscheinlichkeit, gleich seine gesamte Lebensrichtung zu ändern, kann jedoch dadurch minimiert werden, dass möglichst frühzeitig zumindest in etwa den individuellen Faszinationen und zentralen Prinzipien gefolgt wird, aus denen dann Unterziele abgeleitet werden. Ein gewisses Maß an Flexibilität ist jedoch immer nötig, um die Unterziele regelmäßig auf ihren Nutzen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Z.B. kann eine 26-jährige Sportlerin erkennen, dass sie die ersehnte Profikarriere aufgrund ihres Alters nicht mehr erreichen wird. Sie hat es versucht und kann sich nichts vorwerfen. Deswegen ist sie zufrieden mit sich kann sich von diesem Ziel lösen. Sie orientiert sich nach und nach um und wird Sporttrainerin in ihrem früheren Verein. Ihrer Faszination für "Sport" bleibt sie weiter treu auch wenn sie es jetzt anderes auslebt. 


Literatur:
Dobelli, Rolf. 2011. Die Kunst des klaren Denkens. 52 Denkfehler die Sie besser anderen überlassen. Carl Hanser Verlag München.

Felser, Georg. 2007. Werbe- und Konsumentenpsychologie. 3. Auflage: 2007. Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2007. 


Soziale Interaktionen, Dating, Beziehungen

Wenn Sie keine Spielchen spielen, schaffen Sie es, stets ein festes Konzept zu haben und gleichzeitig authentisch und selbstbewusst zu sein! 

Ein festes Vorgehen gibt Sicherheit. Grundsätzlich sind Konzepte und Pläne also eine gute Sache. Doch die "Sucht nach Konzepten" kann aus der Furcht vor dem Scheitern entstehen. Durch den Gedanken nicht gut genug zu sein und daher immer ein festes Vorgehen zu benötigen. Selbst in Bereichen wie Dating und Beziehungen wird sich oftmals hinter Anleitungen und Konzepten versteckt. 

Diese können zwar eine grobe Richtung geben und einem die Augen öffnen ("Ach, das habe ich also immer falsch gemacht! Wusste gar nicht, dass das nicht gut wirkt!"). Doch soziale Interaktionen sind zu komplex und unvorhersehbar, um immer mit festen Anleitungen kontrolliert werden zu können. Im Extremfall lässt man sich selbst nicht wirklich zur Entfaltung kommen. Man ist angespannt und nicht richtig bei sich. Man sucht im Kopf nach der richtigen Strategie, während man auch mal der Intuition vertrauen könnte. So entsteht eine Distanz zwischen der anderen Person und einem selbst, die einen "wahrhaftigen" Kontakt und eine entspannte Atmosphäre erschwert.
 
Die Alternative:  Auf die eigene Fähigkeit zu vertrauen, auch mal ohne feste Konzepte und ohne perfekte Vorbereitung, angemessen reagieren zu können. Aus sich selbst heraus und unverfälscht. Übung und erste Erfolge stärken das Selbstvertrauen in diese Richtung und sorgen für ein sicheres und positives Auftreten. Ein authentischer Kontakt zu ihren Mitmenschen entsteht. Ihr Gegenüber und Sie selbst werden sich wohler fühlen. 

Sie werden sehen: Das perfekte Konzept sind Sie selbst!



  • Text: ©David R. Hielscher 2020.